KI-Use-Case: Definition, Auswahl und Zuschnitt
Warum der Begriff zählt
Viele KI-Vorhaben scheitern nicht an der Technik, sondern an einem zu breiten oder zu vagen Use-Case. Wer alles auf einmal lösen will, baut nie etwas Testbares. Wir schneiden Use-Cases bewusst eng, damit am Ende eines Workshops ein Prototyp steht. Ein scharfer Use-Case ist die wichtigste Voraussetzung dafür, dass aus einer Idee schnell ein Ergebnis wird, das man bewerten kann.
Wann es relevant ist
- Es gibt eine Idee, aber sie ist noch zu breit für einen konkreten Bau.
- Ein Ablauf soll automatisiert werden und braucht klare Grenzen.
- Vor dem Bau soll geklärt werden, welches Ergebnis genau gemeint ist.
- Mehrere Ideen konkurrieren und eine soll zuerst getestet werden.
Wann nicht
Wenn der Anwendungsfall bereits scharf beschrieben ist und alle Beteiligten dasselbe Ergebnis meinen, brauchst du keine weitere Zuschnittrunde, sondern startest den Bau. Und wenn ein Standardprodukt den Fall vollständig löst, ist die Frage nicht der Use-Case, sondern die Produktauswahl.
Branchen, die das nutzen
- Automobilzulieferer: Anfragen und Spezifikationen aus Ausschreibungen automatisiert vorstrukturieren, als eng geschnittener erster Fall.
- Reise und Tourismus: Kundenanfragen und Buchungsdetails vor der Bearbeitung sortieren und beantworten.
- Rechtsdienstleistungen: Vertragsklauseln erkennen und für die Prüfung aufbereiten, mit klarer Grenze.
- Personalwesen: Bewerbungen und Anfragen vorsortieren, ohne die Entscheidung zu ersetzen.
Typische Anwendungsfälle
- Ein Assistent, der eingehende Anfragen kategorisiert und beantwortet.
- Ein Ablauf, der Dokumente ausliest und strukturiert weiterreicht.
- Eine Prüfung von Texten auf definierte Kriterien.
- Eine Zusammenfassung langer Unterlagen für die schnelle Sichtung.
- Eine Suche über internes Wissen mit belegten Fundstellen.
Entscheidungshilfe
| Signal | KI-Use-Case passt | Alternative |
|---|---|---|
| Idee vorhanden, zu breit | Use-Case eng schneiden | Ideen-Workshop zur Auswahl |
| Fall bereits scharf | direkt bauen | Prototyp im Workshop |
| Standardprodukt löst es | eher nicht | Produkt lizenzieren |
| Ergebnis unklar | Use-Case präzisieren | Ziel mit Fachbereich klären |
Beispiel
Ein Automobilzulieferer hat die Idee, Ausschreibungen mit KI zu bearbeiten, was zu breit für einen Start ist. Im Workshop wird der Fall auf das Vorstrukturieren eingehender Spezifikationen verengt und als Prototyp gebaut. An echten Ausschreibungen zeigt sich, ob der Zuschnitt trägt. Das Beispiel beschreibt das Vorgehen, keine behauptete Kennzahl.
Verbindung zu Services
Der Use-Case wird im KI-Workshop geschärft, als Prototyp gebaut und danach in die KI-Entwicklung oder KI-Automatisierung überführt.
Quellen
Diese Einordnung beschreibt gängige Praxis beim Zuschnitt von KI-Use-Cases. Technische und rechtliche Details hängen vom konkreten Fall und den gewählten Systemen ab und sollten dort geprüft werden.