KI-Readiness: Definition, Prüffelder und Vorgehen
Warum der Begriff zählt
Readiness wird oft als Hürde missverstanden, die man erst komplett nehmen muss, bevor man startet. Das führt zu langen Vorbereitungsphasen ohne Ergebnis. Wir nutzen Readiness anders, nämlich als schnelle Standortbestimmung für einen konkreten Fall. Statt das ganze Unternehmen zu bewerten, prüfen wir gezielt, ob ein erster Use-Case mit den vorhandenen Daten und Rechten als Prototyp gebaut werden kann.
Wann es relevant ist
- Es besteht Unsicherheit, ob die Datenlage für einen Start ausreicht.
- Rechtliche Fragen zu Datenschutz und Verantwortung sind ungeklärt.
- Fachbereich und IT wollen wissen, was realistisch machbar ist.
- Ein erster Use-Case soll ohne böse Überraschungen gestartet werden.
Wann nicht
Wenn ein Use-Case bereits klar ist und die Daten offensichtlich vorliegen, ersparst du dir eine formale Prüfung und baust direkt einen Prototyp. Und wenn es nur um ein Standardtool geht, das keine eigenen Daten braucht, ist eine umfassende Readiness-Bewertung überdimensioniert.
Branchen, die das nutzen
- Pharma und Life Sciences: Prüfen, ob Dokumentations- und Rechercheprozesse mit vorhandenen Daten und unter regulatorischen Grenzen startbar sind.
- Öffentlicher Sektor: Klären, welche Verfahren mit Blick auf Datenschutz und Nachvollziehbarkeit realistisch beginnen können.
- Handwerk und Bau: Bewerten, ob Angebots- und Planungsdaten strukturiert genug für einen ersten Assistenten sind.
- Medien und Verlage: Feststellen, ob Archiv- und Content-Daten für einen KI-gestützten Ablauf nutzbar sind.
Typische Anwendungsfälle
- Ein Kurzcheck der Datenqualität und Verfügbarkeit für einen konkreten Fall.
- Eine Klärung der rechtlichen Grenzen vor dem ersten Bau.
- Die Prüfung technischer Anbindungen an bestehende Systeme.
- Eine ehrliche Einschätzung interner Kompetenz und Verantwortung.
- Die Ableitung des ersten realistisch startbaren Use-Cases.
Entscheidungshilfe
| Signal | KI-Readiness passt | Alternative |
|---|---|---|
| Datenlage unsicher | gezielter Readiness-Check | Datenaufnahme im Fachbereich |
| Use-Case klar, Daten da | eher nicht | direkt Prototyp bauen |
| Rechtliche Fragen offen | Readiness mit Rechtsblick | interne Klärung mit Datenschutz |
| Nur Standardtool geplant | überdimensioniert | Produkt testen |
Beispiel
Ein Verlag will einen KI-gestützten Rechercheassistenten für sein Archiv und ist unsicher, ob die Daten dafür taugen. Ein kurzer Readiness-Check prüft Struktur, Rechte und Anbindung und zeigt, dass ein eng geschnittener erster Fall startbar ist. Danach entsteht ein Prototyp. Das Beispiel beschreibt das Vorgehen, keine behauptete Kennzahl.
Verbindung zu Services
Der Readiness-Check ist Teil der KI-Beratung und mündet in den KI-Workshop, aus dem ein Prototyp für die KI-Implementierung hervorgeht.
Quellen
Diese Einordnung beschreibt gängige Praxis bei einer fokussierten Readiness-Prüfung. Rechtliche und technische Details hängen vom konkreten Fall und den gewählten Systemen ab und sollten dort geprüft werden.